Zum Inhalt springen

Stroh richtig lagern & Qualität erkennen

Praxisratgeber Stroh

Stroh richtig lagern & Qualität erkennen

Pferde knabbern an ihrer Einstreu. Deshalb gelten für Stroh dieselben Grundsätze der Futterhygiene: trocken, staubarm, sauber und frei von sichtbarem Schimmel.

LagerungUnter Dach, auf Abstand zu Boden und Wand, mit guter Luftzirkulation.
Planungswert12–18 Monate und bei optimaler Lagerung auch länger – immer zustandsabhängig.
FarbeGoldgelb sieht schön aus, beweist aber keine hygienische Qualität.

Trockenheit und Luft sind entscheidend

1

Unterlage schaffen

Ballen auf sauberen Paletten oder einer trockenen, belüfteten Unterkonstruktion lagern. Bodenfeuchte darf nicht in die unteren Lagen ziehen.

2

Luftwege freihalten

Abstand zu Außenwänden, Dach und anderen Stapeln lassen. Feuchte Ecken und Kondenswasser regelmäßig kontrollieren.

3

Regen sicher abhalten

Das Dach muss dicht sein. Bei Außenlagerung darf ein Regenschutz keine Feuchtigkeit einschließen; vollständig trockenes Material bleibt Voraussetzung.

Frisches oder feuchtes Stroh kann sich erwärmen.

Neue Partien anfangs engmaschig prüfen. Bei starker Hitze, Dampf oder Brandgeruch nicht in den Stapel klettern, sondern Feuerwehr bzw. Fachleute hinzuziehen.

Wie lange ist Stroh haltbar?

Bei dauerhaft trockener, luftiger und sauberer Lagerung kann Stroh über eine Saison hinaus verwendbar bleiben. Als Bestandsrahmen sind 12–18 Monate sinnvoll; gutes älteres Stroh wird nicht allein durch das Datum schlecht.

Was die Haltbarkeit verlängert

Niedrige Feuchte, gleichmäßige Temperatur, Belüftung, Schutz vor Niederschlag, Schädlingen und Verschmutzung.

Was sie verkürzt

Kondenswasser, undichte Dächer, Bodenfeuchte, feuchtes Einlagern, schlecht belüftete Stapel und Kontakt mit Kot oder Urin.

Ist der Ballen gut oder schlecht?

Typisch unauffällig

  • Trocken, locker und auch im Kern kühl.
  • Neutraler bis angenehm strohiger Geruch.
  • Geringe Staubentwicklung beim Ausschütteln.
  • Keine sichtbaren Beläge oder feuchten Nester.
  • Frei von Erde, Steinen, Sand, problematischen Unkräutern und Fremdkörpern.

Nicht verwenden

  • Muffiger, modriger, fauliger oder brandiger Geruch.
  • Starke Staub- oder Sporenwolke.
  • Graue, schwarze, weiße oder grünliche Nester und Beläge.
  • Klamme, feuchte, warme oder zusammengebackene Bereiche.
  • Deutliche Verunreinigung durch Erde, Kot, Urin oder Schädlinge.
Goldgelb ist kein Gütesiegel.

Die Farbe hängt unter anderem von Pflanzenart, Ernte und Witterung ab. Laut Landwirtschaftskammer Niedersachsen ist insbesondere starke Staubentwicklung ein Hinweis auf mögliche Pilzbelastung.

„Nur Einstreu“ gibt es beim Pferd nicht

Was im Stall liegt, kann im Pferd landen.

Viele Pferde nehmen Stroh freiwillig auf. Hygienisch auffälliges Stroh gehört deshalb weder in die Raufe noch in die Box. Es kann außerdem die Atemluft im Stall belasten.

Bei Verdacht richtig handeln

Ballen aussortieren

Nicht aufschütteln, verfüttern oder als Einstreu verteilen. So vermeidest du zusätzliche Staub- und Sporenbelastung.

Nachbarballen kontrollieren

Besonders die Kontaktflächen zu Boden, Wand, Dachleck oder betroffenem Ballen prüfen.

Ursache finden

Lagerfeuchte, Kondenswasser, Dach, Unterlage und Luftwege kontrollieren und den Schaden dokumentieren.

Lieferant oder Labor einbeziehen

Bei Chargenproblemen reklamieren; bei unklarer Belastung Probenahme mit einem Futtermittellabor abstimmen.

Weitere Ratgeber

Fachliche Quellen

Diese Seite dient der Orientierung und ersetzt keine individuelle Beratung durch Tierarzt, Fütterungsberatung, Brandschutz-Fachleute oder Labor.

Warenkorb

Dein Warenkorb ist derzeit leer.

Zurück zum Einkaufen