Stroh richtig lagern & Qualität erkennen
Pferde knabbern an ihrer Einstreu. Deshalb gelten für Stroh dieselben Grundsätze der Futterhygiene: trocken, staubarm, sauber und frei von sichtbarem Schimmel.
Trockenheit und Luft sind entscheidend
Unterlage schaffen
Ballen auf sauberen Paletten oder einer trockenen, belüfteten Unterkonstruktion lagern. Bodenfeuchte darf nicht in die unteren Lagen ziehen.
Luftwege freihalten
Abstand zu Außenwänden, Dach und anderen Stapeln lassen. Feuchte Ecken und Kondenswasser regelmäßig kontrollieren.
Regen sicher abhalten
Das Dach muss dicht sein. Bei Außenlagerung darf ein Regenschutz keine Feuchtigkeit einschließen; vollständig trockenes Material bleibt Voraussetzung.
Neue Partien anfangs engmaschig prüfen. Bei starker Hitze, Dampf oder Brandgeruch nicht in den Stapel klettern, sondern Feuerwehr bzw. Fachleute hinzuziehen.
Wie lange ist Stroh haltbar?
Bei dauerhaft trockener, luftiger und sauberer Lagerung kann Stroh über eine Saison hinaus verwendbar bleiben. Als Bestandsrahmen sind 12–18 Monate sinnvoll; gutes älteres Stroh wird nicht allein durch das Datum schlecht.
Was die Haltbarkeit verlängert
Niedrige Feuchte, gleichmäßige Temperatur, Belüftung, Schutz vor Niederschlag, Schädlingen und Verschmutzung.
Was sie verkürzt
Kondenswasser, undichte Dächer, Bodenfeuchte, feuchtes Einlagern, schlecht belüftete Stapel und Kontakt mit Kot oder Urin.
Ist der Ballen gut oder schlecht?
Typisch unauffällig
- Trocken, locker und auch im Kern kühl.
- Neutraler bis angenehm strohiger Geruch.
- Geringe Staubentwicklung beim Ausschütteln.
- Keine sichtbaren Beläge oder feuchten Nester.
- Frei von Erde, Steinen, Sand, problematischen Unkräutern und Fremdkörpern.
Nicht verwenden
- Muffiger, modriger, fauliger oder brandiger Geruch.
- Starke Staub- oder Sporenwolke.
- Graue, schwarze, weiße oder grünliche Nester und Beläge.
- Klamme, feuchte, warme oder zusammengebackene Bereiche.
- Deutliche Verunreinigung durch Erde, Kot, Urin oder Schädlinge.
Die Farbe hängt unter anderem von Pflanzenart, Ernte und Witterung ab. Laut Landwirtschaftskammer Niedersachsen ist insbesondere starke Staubentwicklung ein Hinweis auf mögliche Pilzbelastung.
„Nur Einstreu“ gibt es beim Pferd nicht
Viele Pferde nehmen Stroh freiwillig auf. Hygienisch auffälliges Stroh gehört deshalb weder in die Raufe noch in die Box. Es kann außerdem die Atemluft im Stall belasten.
Bei Verdacht richtig handeln
Nicht aufschütteln, verfüttern oder als Einstreu verteilen. So vermeidest du zusätzliche Staub- und Sporenbelastung.
Besonders die Kontaktflächen zu Boden, Wand, Dachleck oder betroffenem Ballen prüfen.
Lagerfeuchte, Kondenswasser, Dach, Unterlage und Luftwege kontrollieren und den Schaden dokumentieren.
Bei Chargenproblemen reklamieren; bei unklarer Belastung Probenahme mit einem Futtermittellabor abstimmen.
Weitere Ratgeber
Fachliche Quellen
Diese Seite dient der Orientierung und ersetzt keine individuelle Beratung durch Tierarzt, Fütterungsberatung, Brandschutz-Fachleute oder Labor.
