Lollenstein Futterlexikon
Was bedeuten die Werte und Begriffe?
Hier erklären wir die Begriffe, die wir in Laboranalysen, Chargendaten und Futterprofilen verwenden. Zur besseren Übersicht sind sie nach Themen gruppiert.
Laborwerte & Nährstoffe
Trockensubstanz
Anteil der Trockenmasse ohne Wassergehalt.
Die Trockensubstanz (TS) gibt an, wie viel Prozent eines Futtermittels nach dem Entfernen des Wassers übrig bleibt. Für die Rationsbetrachtung ist sie wichtig, weil feuchtere Futtermittel pro Kilogramm Frischmasse weniger Trockensubstanz liefern.
Rohprotein
Maß für den Gesamtstickstoffgehalt des Futters.
Rohprotein umfasst alle stickstoffhaltigen Verbindungen im Futter. Der Wert hilft bei der Einordnung der Eiweißversorgung, sagt aber allein noch nichts über die individuelle Eignung einer gesamten Ration aus.
Rohfaser
Beschreibt einen Teil der strukturgebenden Pflanzenbestandteile.
Rohfaser ist ein klassischer Analysewert für schwerer verdauliche pflanzliche Zellwandbestandteile. Er hilft bei der Beschreibung der Struktur und des Faseranteils einer Charge.
Gesamtzucker
Laborwert für lösliche Zuckerbestandteile.
Der Gesamtzucker ist ein wichtiger Laborwert bei einer zuckerbewussten Fütterung. Welche Zuckerfraktionen und Bezugsbasis genau erfasst wurden, hängt von der jeweiligen Labormethode ab. Deshalb setzen wir Gesamtzucker nicht automatisch mit NSC, WSC oder ESC gleich.
Fruktan
Speicherkohlenhydrat in Gräsern.
Fruktan ist eine eigene Kohlenhydratfraktion. Bei gesundheitlich sensiblen Fragestellungen betrachten wir Fruktan, Zucker und Stärke getrennt und nur entsprechend der tatsächlich vorliegenden Analyse.
Stärke
Speicherkohlenhydrat, vor allem relevant bei stärkereichen Futtermitteln.
Stärke kommt vor allem in Getreide und Kraftfutter in höheren Mengen vor. Bei Raufutter liegt sie häufig deutlich niedriger, sollte aber bei einer vollständigen Kohlenhydratbetrachtung nicht mit Zucker oder Fruktan vermischt werden.
NFC
Nicht-Faser-Kohlenhydrate.
NFC ist ein berechneter oder analytisch abgeleiteter Sammelbegriff für Nicht-Faser-Kohlenhydrate. Welche Bestandteile exakt enthalten sind, hängt von der verwendeten Berechnung und Analyse ab. Deshalb behandeln wir NFC nicht automatisch als Synonym für NSC.
Rohfett
Fettlösliche Bestandteile des Futters.
Rohfett beschreibt die im Labor erfassten fettlöslichen Bestandteile und trägt zur energetischen Einordnung eines Futters bei.
Rohasche
Gesamtgehalt an mineralischen Rückständen nach Verbrennung.
Rohasche beschreibt den mineralischen Rückstand nach vollständiger Verbrennung einer Probe. Auffällige Werte können Hinweise auf die Zusammensetzung oder Verschmutzung einer Probe geben und sollten im Zusammenhang mit weiteren Analysedaten betrachtet werden.
Verdauliche Energie / ME
Energiekennzahl zur Einordnung des Energieangebotes.
Energiekennzahlen helfen einzuschätzen, wie energiereich eine Charge ist. Wichtig ist, die Bezeichnung und Berechnung des jeweiligen Labors korrekt zu übernehmen, da DE und ME unterschiedliche Begriffe sind.
Mineralstoffe & Spurenelemente
Wichtiger Mineralstoff für Knochen, Zähne und weitere Körperfunktionen.
Steht unter anderem in engem Zusammenhang mit der Calciumversorgung.
Beteiligung an zahlreichen Stoffwechsel- und Muskelfunktionen.
Elektrolyt und wichtiger Bestandteil des Flüssigkeitshaushalts.
Elektrolyt, das in Raufutter häufig in relevanten Mengen vorkommt.
Spurenelement für verschiedene Enzym- und Gewebefunktionen.
Spurenelement, unter anderem relevant für Haut, Hufe und Enzymsysteme.
Spurenelement, das unter anderem am Sauerstofftransport beteiligt ist.
Spurenelement mit Funktionen im Stoffwechsel und Gewebeaufbau.
Bestandteil schwefelhaltiger Aminosäuren und verschiedener Gewebestrukturen.
Struktur & sensorische Eigenschaften
Struktur
Wie fein oder grob das Futter insgesamt aufgebaut ist.
Die Struktur beschreibt die sicht- und fühlbare Beschaffenheit der Charge. Sie wird unter anderem durch Pflanzenbestand, Erntezeitpunkt, Halmlänge sowie Blatt- und Stängelanteil geprägt.
Blattanteil
Anteil feiner Blattbestandteile im Futter.
Der Blattanteil beschreibt den sichtbaren Anteil an Blättern und feineren Pflanzenteilen einer Charge.
Stängelanteil
Anteil gröberer Stängel und Pflanzenteile.
Ein höherer Stängelanteil geht häufig mit einer gröberen Struktur und mehr notwendiger Kauarbeit einher.
Halmlänge
Länge der sichtbaren Halme und Pflanzenteile.
Die Halmlänge ist ein Bestandteil der strukturellen Beschreibung und ergänzt Angaben zu Struktur, Blatt- und Stängelanteil.
Haptik
Wie weich oder fest sich das Futter anfühlt.
Die Haptik ist eine sensorische Einschätzung der Charge und ergänzt die sichtbaren Strukturmerkmale.
Schmackhaftigkeit
Unsere praktische Einschätzung der Futterakzeptanz.
Die Schmackhaftigkeit ist keine Laborgröße, sondern eine sensorische und praktische Orientierung. Individuelle Vorlieben einzelner Pferde können davon abweichen.
Verholzungsgrad
Wie stark Pflanzenteile zum Erntezeitpunkt bereits ausgereift und verholzt waren.
Der Verholzungsgrad ergänzt Laborwerte und andere Strukturmerkmale und hilft, die Reife und Beschaffenheit einer Charge zu beschreiben.
Die Lexikontexte erklären Begriffe und Analysewerte. Sie ersetzen keine individuelle tierärztliche oder fütterungsfachliche Beratung.
